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Filmnachrichten

Bridget Everett glänzt in HBOs entwaffnend ernsthafter Dramedy Somebody Somewhere | Fernsehen/Streaming

Bridget Everett glänzt in HBOs entwaffnend ernsthafter Dramedy Somebody Somewhere |  Fernsehen/Streaming

„Somebody Somewhere“ wurde von Hannah Bos und Paul Thureen kreiert, denen auch das Schreiben der meisten Episoden zugeschrieben wird, und enthält eine bedeutende autobiografische Komponente für Everett, die selbst aus Manhattan stammt. Diese Authentizität scheint auf eine Weise durch, die nicht gefälscht werden kann, in der Besonderheit der Welt und der Charaktere, die die Serie faszinierend machen.

„Somebody Somewhere“ ist eine wahre Meisterklasse nicht nur darin, authentische, nuancierte Charaktere zu erschaffen und eine völlig fesselnde Welt aufzubauen, sondern auch einen naturalistischen Dialog. Die Serie lässt es so mühelos erscheinen, wie es so oft etwas fachmännisch Gefertigtes tut, doch bei näherer Betrachtung offenbart sich das Ausmaß der Handwerkskunst. Beflügelt von herausragenden Darbietungen der gesamten Besetzung zeigt die Show ein seltenes Verständnis für den Wert des negativen Raums und wie man ihn nutzt – wenn etwas effektiver durch Stille kommuniziert wird als durch schnörkellose Dialoge und wie man diese Stille so gestaltet, dass das Ungesagte bleibt wird immer noch mit einem wunderbaren Maß an Spezifität vermittelt.

Everett ist bemerkenswert als eine Frau, die sich hinter einer Maske aus Apathie und witzigen Widerhaken versteckt. Sie ist kaum die Sorte, die freiwillig über ihre Gefühle spricht, aber Everetts Auftritt schafft es, dem Publikum konsequent Dinge zu vermitteln, die Sam sich weigert, mit kristallklarer Klarheit zu sagen oder anzuerkennen. Es ist ein subtiles und überzeugendes Porträt von Depressionen, einer Traurigkeit, die ein faszinierendes Gegengewicht zu dem kühnen und derben Sinn für Humor schafft, für den Everett bekannt ist, der auch reichlich Gelegenheit bekommt, zu glänzen.

Joel präsentiert Sam eine faszinierende Konterfei, während er auch selbst ein faszinierender Charakter ist, ein Mann, dessen schüchternes und schmerzhaft unbeholfenes Äußeres über eine überraschende Menge an Charme hinwegtäuscht, die direkt unter der Oberfläche lauert. Seine Stärken und Schwächen ergänzen Sams eigene in einem Maße, dass sich ihre Freundschaft und die Art und Weise, wie sie sie beide dazu bringt, als Menschen zu wachsen, völlig organisch anfühlt. Von den Nebendarstellern, die eher am Rande stehen, sticht der entzückend theatralische lokale Landwirtschaftsprofessor Dr. Fred Rococo (Murray Hill) hervor, ein Mitglied der lustigen Bande von Sonderlingen und Außenseitern, die Joel im Laufe der Show zusammenbringt. So ist es auch bei Sams Vater Ed (Mike Hagerty), einem umgänglichen Familienvater, der damit kämpft, sich mit der Erkenntnis abzufinden, dass seine Abneigung gegen Konflikte den Alkoholismus seiner Frau nur ermöglicht hat.