Die erfahrene Filmjournalistin und Kuratorin Uma da Cunha aus Mumbai holt sich den Staufer Award in Gold in Stuttgart/Deutschland

Von Jyothi Venkatesh

Die Filmjournalistin und Kuratorin Uma da Cunha aus Mumbai wurde in Stuttgart/Deutschland mit dem Stauferpreis in Gold ausgezeichnet. So lautete das Zitat. Die Verleihung einer Staufer-Medaille ist immer ein ganz besonderer Anlass. Es gibt mir die Gelegenheit, außergewöhnliche Persönlichkeiten zu würdigen und sie für ihr Lebenswerk zu belohnen, so wie Ihre, Frau da Cunha.

Und doch, wenn heute eine Preisverleihung mit dem internationalen Umfeld und einem solchen Austausch verbunden wird – verbunden mit der Eröffnung und Wiederkehr eines großen Filmfestivals –, dann ist das ein besonders spannendes Ereignis. Ich fühle mich daher sehr geehrt, viele der Menschen, die dazu beitragen, diese Veranstaltung auch in Stuttgart zu ermöglichen, begrüßen zu dürfen – von Indien bis Deutschland, von Stuttgart bis Mumbai! Eine Person, die ich bedauere, nicht dabei sein zu können, ist Staatssekretärin Petra Olschowski, die Sie alle kennen und die dieses Festival und die Partnerschaft zwischen Baden-Württemberg und Maharashtra seit langem unterstützt. Sie sendet ihre besten Wünsche und hofft, bald gesund genug zu sein, um vielleicht selbst etwas von dem diesjährigen Festival zu erleben. Aber so schwer es auch ist, ihr Verlust ist heute mein Gewinn. Und am Ende liegt unser Fokus heute auf Ihnen, Frau da Cunha, und all dem, was Sie getan haben, um diese internationale Partnerschaft und diesen internationalen Austausch über die Jahre wachsen zu lassen. Weil Ihr Engagement für den indischen Film mindestens 50 Jahre zurückreicht, angefangen mit Ihrer Arbeit als Unterstützer von Filmfestivals bei der indischen Regierung.

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Doch bald nach dieser Erfahrung machten Sie sich sehr schnell selbstständig und begannen, Filmfestivals auf der ganzen Welt zu organisieren, von Cannes über Berlin nach Venedig und schließlich von Toronto aus nach Nordamerika. Die größten indischen Filmfestivals der Welt wurden von Ihnen beeinflusst, von London über Los Angeles bis New York. Daher ist es wirklich eine Ehre, dass Sie als Kurator dieses Festivals seit seiner ersten Veranstaltung im Jahr 2004 dazu beigetragen haben, Stuttgart zu dieser angesehenen Liste der indischen Filmdestinationen zu machen. Indem Sie das Filmbüro Baden-Württemberg und das Festival unterstützen Herr Direktor Mahn, gemeinsam mit dem langjährigen Unterstützer dieses Austauschs, Honorarkonsul Andreas Lapp, haben Sie das Indische Filmfestival Stuttgart zum größten Fest des indischen Films in Europa gemacht. Und das ist wirklich ein Geschenk von Ihnen beiden an die Stadt Stuttgart und das ganze Land Baden-Württemberg. Denn das Indian Film Festival nimmt uns jedes Jahr mit auf eine Reise in ein Land der großen Geschichtenerzähler. Das Indische Filmfestival Stuttgart hat sich seit seiner Gründung zum Ziel gesetzt, Filme zu zeigen, die sich überzeugend und unerschrocken, ehrlich und ohne Tabus den Herausforderungen des modernen Indiens stellen.

Die ausgewählten Filme konzentrieren sich auf die dringendsten Probleme unserer Zeit und zeigen uns ein getreues Spiegelbild der indischen Gesellschaft. Neben der Magie, die wir alle aus der Welt von Bollywood kennen, beschäftigen sich diese Filme mit der wahren Lebenswirklichkeit im modernen Indien: Von der Auseinandersetzung mit einer Reihe von Themen, von den Auswirkungen der Digitalisierung über die Globalisierung bis hin zur modernen Politik in Indien oder der Rolle der Frau und das Spannungsfeld zwischen tief verwurzelten Traditionen, alten Rollenbildern und dem Wunsch nach einem modernen Leben. Das sind Filme, die man auf der ganzen Welt versteht – spannend, gesellschaftskritisch und doch auch richtig unterhaltsam. Dieses Festival lädt uns Jahr für Jahr ein, eine Reise durch die Welt des indischen Independent-Films zu unternehmen und Indien in seiner ganzen Vielfalt hautnah zu erleben. Ein fester Bestandteil des Indian Film Festivals geht jedoch über das Kino hinaus und bleibt weiterhin die Tea Talks. Und für Sie, Frau da Cunha, waren die Tea Talks manchmal eine Familienangelegenheit, etwa wenn Ihr Mann, Herr Gerson da Cunha, hier war, um uns seine Sicht auf die Stuttgarter Partnerstadt Mumbai zu schildern.

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Die „Tea Talks“ zeigen, dass sich das Indian Film Festival nicht nur als kulturelle Veranstaltung versteht. Vielmehr ist das Filmfest ein wichtiger Bestandteil des kontinuierlichen Austauschs zwischen Indien und Baden-Württemberg – eine langjährige Brücke zwischen Kulturen und Menschen. Dieses Fest ebnet den Weg für die Zusammenarbeit zwischen unseren Staaten. Ich bin davon überzeugt, dass das gegenseitige Verständnis für die Kultur und Traditionen eines Landes für unsere zukünftige Zusammenarbeit notwendig ist. Dieses Festival bietet eine Plattform, um diesen Austausch zu ermöglichen.

Das gesamte Programm des Indischen Filmfestivals hilft uns, Vertrauen und Verständnis für die indische Kultur aufzubauen. Dieses Festival ermutigt uns, Grenzen zu überschreiten, neugierig auf andere Kulturen und Denkweisen zu sein und die Welt aus einer neuen Perspektive zu sehen. Aufgrund dieses Einflusses ist das Indische Filmfestival ein wichtiger Bestandteil der Partnerschaft zwischen den Ländern Baden-Württemberg und Maharashtra.

Eine Partnerschaft, die mit der Vereinbarung im Jahr 2015 offiziell wurde und die weiter wächst. Eine Partnerschaft, die Sie, Frau da Cunha, durch Ihre Arbeit mit diesem Austausch und diesem Filmfestival ermöglicht haben. Und deshalb ehren wir Sie heute.

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Denn Sie sind nicht nur ein Botschafter des indischen Films für die Welt, sondern auch eine Verbindung zwischen unseren Staaten – von Ihrem Zuhause in Mumbai bis hier in Stuttgart, das Sie hoffentlich als zweites Zuhause sehen. Deshalb verleiht Ihnen unser Ministerpräsident Winfried Kretschmann diese bedeutende Auszeichnung des Landes Baden-Württemberg, die Staufer-Medaille in Gold. Die Staufer-Medaille wird an Personen verliehen, die sich in herausragender Weise für unser Land und unsere Gesellschaft eingesetzt haben. Doch es geht nicht nur um berufliche Erfolge, sondern um die Ehrung Ihrer Identität und Persönlichkeit. Es ist wirklich eine Medaille eines Bürgers, eine, die diejenigen ehrt, die für andere alles tun. Ihre Arbeit, liebe Frau da Cunha, ist ein herausragendes Beispiel zivilgesellschaftlichen Engagements für den Austausch zwischen Deutschland und Indien, Baden-Württemberg und Maharashtra.

Menschen wie Ihnen ist es zu verdanken, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der globale Verständigung möglich ist. Dafür möchte ich im Namen der Landesregierung Baden-Württemberg meine Wertschätzung und meinen Dank aussprechen. Und darüber hinaus meine persönliche Bewunderung für Ihren Einsatz und Ihre Leistungen im Laufe der Jahre. Entschuldigen Sie mich jetzt, wenn ich kurz ins Deutsche wechsele, um Ihnen stellvertretend für unseren Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann die Urkunde zur Verleihung der Staufer-Medaille des Landes Baden-Württemberg vorzulesen.