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Filmnachrichten

Elvis Filmkritik & Filmzusammenfassung (2022)

Elvis Filmkritik & Filmzusammenfassung (2022)

Die faszinierendste Verknüpfung in „Elvis“ ist die Extrapolation von Kommerz und Rasse. Parker ist verliebt in Presley, weil er schwarze Musik spielt, aber weiß ist. Elvis wendet sich gegen den weißen christlichen Alten, wie den sterbenden Country-Sänger Hank Snow (David Wenham), und die homophoben Männer, die ihn für eine „Fee“ halten. Dennoch begeistert er die Jugend, wie Jimmie Rogers (Kodi Smit-McPhee, beide Schauspieler sorgen für fantastische Comic-Erleichterung), und er hat Sexappeal. Ein Wackeln, bitte. Luhrmann nimmt dieses Wackeln ernst und zeigt sexuell besessene, schreiende Frauen. Butlers Schritt, in genau sitzender rosa Hose und in Großaufnahme gefilmt, vibriert. Harte Zooms, schnelle Peitschenschwenks und eine Vorliebe für Geilheit (sowohl bei Männern als auch bei Frauen) tragen dazu bei, die frühen Momente dieses Biopics so besonders zu machen. Ebenso wie ihre antikapitalistische Neigung, die zeigt, wie oft Arbeit, Kunst und Eigentum im zerstörerischen System ausgespuckt und verstümmelt werden können.

Leider rutscht „Elvis“ bald in biederes Biopic-Territorium ab. Wir sehen den kometenhaften Aufstieg von Presley, die Fehler – ob aus Gier oder Naivität – die er auf seinem Weg macht, und seinen endgültigen Abstieg in Richtung Selbstparodie. Seine Mutter (Helen Thomson) stirbt auf den abgedroschensten Beats. Sein Vater (Richard Roxburgh) zittert auf oberflächlichste Weise. Priscilla (Olivia DeJonge) erscheint und bekommt standardmäßiges tragisches Ehefrauenmaterial ausgehändigt. Das Tempo verlangsamt sich und die Geschichte bietet einfach nicht genug Verspieltheit oder Innerlichkeit, um mitzuhalten.

Aber auch so sind die letzten Teile von Luhrmanns Film nicht ohne Vergnügen: Die Aufführung von „Evil“, in der Presley den südlichen Rassisten trotzt, die befürchten, dass seine von Schwarzen durchdrungene Musik (und Sinnlichkeit) das weiße Amerika infiltrieren wird, ist fesselnd. Die Standbilder der Kamerafrau Mandy Walker imitieren Schwarz-Weiß-Fotografie, als ob sie die Geschichte in den Morgentau hüllen. Die Darbietung von Elvis‘ Comeback-Special, insbesondere seiner Darbietung von „If I Can Dream“, steigt sprunghaft an. Während der Vegas-Sequenzen werden die Kostüme immer aufwändiger, das Make-up immer greller, was Presleys körperlichen Verfall deutlich macht. Und Butler, ein unwahrscheinlicher Elvis, hält die Zügel fest in der Hand, indem er eine aufsehenerregende Note nach der anderen liefert. Es gibt keinen Hauch von Fälschung in allem, was Butler tut. Diese Aufrichtigkeit erhebt „Elvis“, selbst wenn es stürzt.