Where the Crawdads Sing Filmkritik (2022)

Aber das Ergebnis seiner breiigen Prämisse ist ein Film, der überraschend träge ist. Regisseurin Olivia Newman, die nach einem Drehbuch von Lucy Alibar arbeitet, springt ohne viel Schwung zwischen dem Mordprozess einer jungen Frau und den Erinnerungen an ihre raue Kindheit in den 1950er und 1960er Jahren in North Carolina hin und her. (Alibar schrieb auch „Beasts of the Southern Wild“, dem „Where the Crawdads Sing“ ein wenig ähnelt, als Geschichte über das Überleben eines einfallsreichen kleinen Mädchens in einer schmutzigen, sumpfigen Umgebung.)

Es ist so voller Handlung, dass es sich am Ende oberflächlich anfühlt und wichtige Enthüllungen als übereilte nachträgliche Einfälle wiedergibt. Für einen Film über eine mutige Frau, die in der Wildnis aufgewachsen ist und nach ihren eigenen Regeln lebt, ist „Where the Crawdads Sing“ ungewöhnlich lau und zurückhaltend. Und abgesehen von Daisy Edgar-Jones‘ vielschichtiger Darstellung als zentrale Figur entwickeln sich die Charaktere nie über ein oder zwei Grundzüge hinaus.

Wir beginnen im Oktober 1969 in den Sümpfen des fiktiven Barkley Cove, North Carolina, wo ein paar Jungen über eine Leiche stolpern, die im Dreck liegt. Es stellt sich heraus, dass es sich um Chase Andrews handelt, einen beliebten großen Fisch in diesem abgelegenen kleinen Teich. Und Kya von Edgar-Jones, mit der er einst eine unwahrscheinliche Liebesbeziehung hatte, wird zur Hauptverdächtigen. Sie ist ein leichtes Ziel, da sie lange als The Marsh Girl geächtet und verleumdet wurde – oder, wenn die Stadtbewohner ihr gegenüber besonders verächtlich sind, That Marsh Girl. Rückblenden enthüllen den Missbrauch, den sie und ihre Familie durch ihren launischen, alkoholkranken Vater erlitten (Garret Dillahunt, erschütternd in nur wenigen Szenen) und die anschließende Verlassenheit, die sie ertragen musste, als alle sie einer nach dem anderen verließen, um für sich selbst zu sorgen. angefangen bei ihrer Mutter. Diese lebhaften, frühen Abschnitte sind die emotional stärksten, wobei Jojo Regina in ihrer ersten großen Filmrolle als achtjährige Kya eine beeindruckende, anspruchsvolle Leistung abliefert.

Als sie in ihre Teenager- und frühen 20er-Jahre hineinwächst und Edgar-Jones übernimmt, prägen zwei sehr unterschiedliche junge Männer ihre prägenden Jahre. Da ist Tate (Taylor John Smith), die zu gut ist, um wahr zu sein, ein Freund aus Kindertagen, der ihr Lesen und Schreiben beibringt und ihre erste Liebe wird. („Irgendetwas an diesem Jungen hat die Spannung in meiner Brust gelockert“, erzählt Kya, eines von vielen klobigen Beispielen für die Übertragung von Owens Worten von Seite auf Bildschirm.) Und später ist da noch der arrogante und schikanierende Chase (Harris Dickinson). der offensichtlich von Anfang an schlechte Nachrichten hat, was die zurückgezogen lebende Kya nicht erkennen kann.